Nach fast 4 Jahren gibt es wieder ein neues Studio-Album von ihm zu hören, und der Titel lässt einiges hoffen. Beim ersten Durchhören muss ich sagen, dass es gut rein geht und gefällt. Das ist definitiv ein rundes Ding was Robbe aka AFROB uns hier abliefert. Musikalisch ist es aus einem Guss, trotz einer großen Ansammlung an verschiedenen Beatmakern und produktionsmäßig ist es definitiv auf Höhe der Zeit.

Nach mehrmaligem Durchhören muss ich sagen, “DER LETZTE SEINER ART” ist zu seinem Glanzstück geworden. Es ist persönlicher, gelassener und reifer als all seine anderen Werke zuvor. Eine leichte Melancholie ohne dabei depressiv zu werden, ist vielen Tracks anzuhören. Es ist wohl viel geschehen in AFROBs Leben, zum Guten und zum Schlechten. Neben Emotion oder Party, ist Politik schon immer ein wichtiges Thema gewesen für AFROB, das weiß man spätestens seit “Made in Germany”, sein höchst missverstandenes zweites Album. Auch auf “DER LETZTE SEINER ART” hat er was zu sagen zur allgemeinen Lage, die uns alle ja irgendwie betrifft, auch wenn viele das persönlich noch nicht wirklich zur Kenntnis genommen haben. Mit Sätzen wie “…ich bin wie Obama, wenn ich was sag wird nie nachgehakt…” aus seiner Singleauskopplung „Was Wollt Ihr“ zeigt er Humor gepaart mit Sinn für Hinterfragung. Und sowas findet sich zu Hauf, während man diese Platte hört. Nice! Unterstützung bekommt er u.a. von Samy Deluxe, Cassandra Steen, Dean Dawson, um nur einige zu nennen. Also, spread the Word! AFROB ist zurück! Besser denn je! Am 04.09.2009 erscheint sein neues Album “DER LETZTE SEINER ART” (G-Lette Music/Intergroove).

Interview

Lange nichts mehr gehört von dir. Was hast du getrieben in letzter Zeit?

Afrob: Na ja, das kann man so nicht sagen. Ich hatte schon viel am Laufen. Ich hab ein Lable gesucht, bin letztes Jahr mit Freundeskreis auf Festival Tour gegangen, hab in zwei Filmen mitgespielt, mit Lisi ihr Debüt Album produziert. Und das Wichtigste: Meine Tochter wurde geboren…es war also schon eine Menge los bei mir.

Dein Album heißt ja “DER LETZTE SEINER ART”. Wann erscheint es und warum so dramatisch?

Afrob: Ich bin halt ein Dramatiker. Und das ist Rap eben auch. Immer überspitzt. Aber eigentlich ist der Titel des Albums meine Art mich darzustellen und meine Einzigartigkeit in diesem Genre zu unterstreichen.

Wie siehst du selbst dein neues Album? Ziehst du Vergleiche zu deinen älteren Alben, sei es inhaltlich oder von der Produktion her?

Afrob : Ja, natürlich! Wenn ich nicht weiß wo ich herkomme, wie soll ich wissen wo es hingeht.

War es für dich schwer nach so einer langen Pause sich wieder ins Studio zu stellen? Hast du alles an einem Ort aufgenommen oder verteilt? Mit wem hast du alles zusammengearbeitet?

Afrob : Nein, überhaupt nicht! Das ist für mich kein Problem. Alles lief sehr gut. Da ich ja wieder verschiedene Producer auf der Platte habe, bin ich in Frankfurt, Düsseldorf, Berlin und Köln gewesen. Trotzdem hören sich alle Tracks wie aus einem Guss an. Ich hab halt ein gutes Händchen beim Beats picken.

Inhaltlich ist mir aufgefallen, dass es zwischen den Zeilen ein sehr politisches Album geworden ist, bzw. ein Album welches politische Themen aufgreift. Findest du, dass sowas dem zeitgenössischen deutschen Rap fehlt? Wenn ja, woran könnte es liegen das die neue Generation von Rappern in Deutschland nicht mehr politisiert? Desinteresse? Mangel an Erfahrung? Was meinst du dazu?

Afrob : Das weiß ich nicht. Ich maß mir auch nicht an zu wissen, warum andere Rapper nicht so politisch sind. Mir ist es auch ehrlich gesagt ziemlich egal. Man kann die Rapszene nicht erziehen und ich sehe das sicherlich nicht als meine Aufgabe an. Jeder macht was er will. Ich übrigens auch. Es gibt keine Verantwortung in Bezug auf niemanden.

Allgemein haben die Bürger Deutschlands den Verdacht, das ihre politischen Repräsentanten eine schlechte Arbeit abliefern und sich immer mehr vom Otto-Normal-Verbraucher entfernen
Auch wenn du kein Otto-Normal-Verbraucher bist, wie sieht deine persönliche Wahrnehmung aus?

Afrob : Meine Meinung dazu ist folgende. Die SPD-Politikerin Ypsilanti hat durch ihr Verhalten in Hessen das Vertrauen in die Politik nochmal nachhaltig bundesweit erschüttert. Sie ist der Inbegriff eines imaginären lügenden Politikers. Ein Politiker, der nur nach seinem Vorteil schaut, um Macht zu erlangen, was immer auch komme. Die guten Politiker werden weggepackt und die lautesten machen Karriere, hab ich manchmal den Eindruck. Die Menschen in diesem Land haben das Gefühl, das sie für die Politik arbeiten und nicht die Politik für sie.

Gehst du zur Bundestags-Wahl 2009 in eine Wahlkabine?

Afrob : Wenn man mich wieder fragt ob ich deutscher bin nicht mehr^^

Du bist ja, wie viele andere der Stuttgarter Kolchose, schon lange nach Berlin gezogen. Was hast du noch für ein Verhältnis zu deiner Mutterstadt Stuttgart? Gibt es noch Kontakte zur ehemaligen Kolchose? Wie lebt es sich in Berlin für einen Ex-Schwaben?

Afrob: Berlin ist für einen Schwaben nicht ganz ungefährlich^^
Natürlich hab ich noch gute Kontakte in Stuttgart. Ist ja schließlich meine Heimatstadt. Die Kolchose ist was sie ist und war, sie hat Rap-Geschichte geschrieben, ich focusiere mich aber auf meine Zukunft.

Wird es eine Tour oder Club-Gigs zum neuen Album geben?

Afrob: Ja, die wird es geben. Im Herbst garantiert! Eine kleine Club-Tour und vielleicht noch eine Überraschung. Die erzähl ich aber noch nicht.

Wie sehen deine Zukunftspläne aus?

Resto 4 Life! Ne ne, mal sehen was so geht und passieren wird. Ich will wieder mehr ins Studio gehen. Schreiben und Aufnehmen, zusammen mit Dj Rocky ein paar Hits machen.

Letzte Worte an unsere Leser?

Afrob: Man kann nur allen Glück wünschen!

Gewinne ein AFRO-Fan Paket mit jeweils einem AFROB T-Shirt und ein signiertes AFROB Album